Der Hungerengel

HungerengelDer Hunger ist immer da. Er kommt, wann und wie er will.
Er ist groß und stark. Phantasiebilder schweben durch die Luft.
Reich gedeckte Tische mit Brot, Pizza, Omas Braten und Kuchen,
Schokoladenpudding und Eis mit endlos viel Sahne, dazu Vita Malz
und Limonade satt… So war es oft im dunklen Verlies.
Der Hungerengel sucht mit mir den Boden und die Ecken ab. Wir
spielen Spurensucher. Der Hunger steigt in uns hinein. Er wird nie
müde.  In jedem Traum wird von dem reich gedeckten Tisch
gegessen.  Der Hungerengel geht nicht weg, er bleibt und
kommt immer wieder. Er ist ein sehr treuer Gefährte
und gemeinsam denken  wir uns die tollsten
Essensgeschichten aus. [Eina, little Girl]

[Textsammlungen]

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11 Kommentare zu “Der Hungerengel

  1. Bei mir ist das Problem, dass alles aufgegessen werden muss. So´n richtiger Restevertilger. Es darf nix übrig bleiben und dann ist mir natürlich schlecht. Und Süßes wird meistens schon am Einkaufstag (nur einmal in der Woche 😦 ) verspeist.

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    • Hm… ja und nein. Was den veröffentlichten Text betrifft, finde ich die Kommentare sehr interessant, und zwar u. a. aus welcher Perspektive man das Geschriebene betrachtet. Was mir übrigens eine große Hilfe ist, weil ich ja, wenn ich versuche den Bildern im Kopf Worte zu verleihen, nur eine Perspektive sehe. Daher finde ich Eure und andere Kommentare sehr wichtig.

      Ich sehe den Hungerengel als positiven Mittler, der in einer schwierigen Zeit einem Kind geholfen hat. So absurd sich das anhört, in diesem kranken katholischen Haushalt gab es keine Geschichten und Bücher für Kinder, aber die Bibel. Ich habe mit der Kirche nix am Hut, aber ich weiß, dass das Kind in mir früher die Bibel gelesen hat, in der Kirche Schutz gesucht hat (weil es oft weggelaufen ist) und an Schutzengel (nicht an Gott!) glaubt. Bis vor wenigen Jahren habe ich noch Nahrungsmittel gehortet. Vor allem eingekochte Wurst, die ich auf dem Markt gekauft habe. Ich musste die Dosen für härtere Zeiten horten. Und es musste Wurst in Dosen sein, weil die Großmutter uns früher die Dosen und Eingekochtes mitgab. Heute kaufe ich selten diese Dosen. Nein, ich wünsche mir, dass niemand auf der Welt einen Hungerengel haben und sich Geschichten ausmalen muss.

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      • hallo Du, ich glaube, ich habe mich etwas missverständlich ausgedrückt: ich meine, dass der Hungerengel für Euch eine positive Funktion hatte/hat. Dass er „entstehen“ musste (ob nun als „Phantasiefigur“/innerer Helfer oder als Innenperson), ist alles andere als positiv! Es erscheint mir als kreativer, lebensrettender Akt von Euch in einer völlig destruktiven, lebensbedrohenden Umgebung/Zeit. Ich habe das nicht klar verständlich geschrieben. War die Großmutter für Euch eine „gute Person“?
        Ich möchte auch noch schreiben: wir kennen „Verhungerungsangst“ ebenfalls, auch den „Essen-Horten-Trieb“, inklusive Essen-Verstecken. Wir kennen die Thematik auch als Essstörung. Und es hilft uns am meisten, wenn wir uns zugestehen, dass die Angst heute noch da sein darf. Es hilft nicht immer, einfach nur zu sagen: „Dies und jenes Verhalten ist heute nicht mehr erwünscht oder nötig!“. Die erwachsene Argumentationsebene greift nicht immer. Insofern wünsche ich allen Kleineren in Dir/Euch, dass sie die Erfahrung erleben dürfen, sich sicher versorgt und genährt fühlen zu dürfen!

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    • Hallo Paulines, sorry, habe ganz vergessen auf Deine Frage zu antworten. Erstmal vielen Dank für Deinen Kommentar.
      Die Großmutter war irgendwie schon eine wichtige Person. Die Großeltern haben versucht auf die Mutter einzuwirken und die Oma hat auch versucht, die Kleine zu retten. Die Oma war sehr herrisch und hatte ein ordentlich lautes ostpreussisches Organ. Wenn sie zu Besuch waren und die Kleine mal wieder windelweichgeprügelt im Keller oder im Zimmer eingesperrt war, holte sie die Kleine raus und schiss den Taugenichts zusammen. Leider ohne Erfolg, der Typ war und ist dumm wie Bohnenstroh. Wir alle mussten wegen der Mutter ein Leben mit einem sadistischen Taugenichts ertragen. Die Oma hat ihre eigene Tochter sogar beim Jugendamt angezeigt. Es hat aber lange gedauert, bis die Kinder mit den zwei Halbbrüdern aus der Familie geholt wurden. Andererseits stelle ich mir die Frage, was war bei den kriegstraumatisierten Großeltern schief gelaufen, dass die Tochter so einen verrückten und missratenden Lebensweg einschlug.

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  2. Hallo, habe erst über google bemerkt, dass WordPress nicht mit meinem Avatarnamen gesendet hat.
    Bitte lösch alle Kommentare von mir, an denen mein richtiger Name steht.
    Ist echt wichtig für mich!
    Danke. lg

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