MutMach-Film

In dem Film „Ich bin kein Opfer mehr“ erzählen drei Frauen, wie sie trotz langjähriger sexualisierter Gewalterfahrungen ihren Weg ins Leben gefunden haben. Alle drei wurden in ihrer Kindheit und Jugend von Tätern aus dem engsten Familienkreis über viele Jahre hinweg massiv missbraucht.

Ein mutiger und bewundernswerter Schritt, sich dem Thema zu stellen und gemeinsam in die Öffentlichkeit zu gehen. Vielen Dank dafür an Sabine, Marion und Lydia sowie an die BegleiterInnen: fünf Hunde und ein Pferd. Ich halte immer noch meine Dohle im Kopf. Ist auch schwieriger eine Dohle im realen Leben zu halten 😉

Dieser Film ist auch als Stream bzw. Download erhältlich: https://www.medienprojekt-wuppertal.de/ich-bin-kein-opfer-mehr-ein-film-mit-ueberlebenden-sexualisierter-gewalt

Wie die drei Frauen im Film bin auch ich gerne in der Natur unterwegs 🙂

 

 

 

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„…und die Dosen bleiben!“

Vor mehr als fünf Jahren veröffentlichte ich den Text „Der Hungerengel“.

Der Hunger ist immer da. Er kommt, wann und wie er will.
Er ist groß und stark. Phantasiebilder schweben durch die Luft.
Reich gedeckte Tische mit Brot, Pizza, Omas Braten und Kuchen,
Schokoladenpudding und Eis mit endlos viel Sahne, dazu Vita Malz
und Limonade satt… So war es oft im dunklen Verlies.
Der Hungerengel sucht mit mir den Boden und die Ecken ab. Wir
spielen Spurensucher. Der Hunger steigt in uns hinein. Er wird nie
müde.  In jedem Traum wird von dem reich gedeckten Tisch
gegessen.  Der Hungerengel geht nicht weg, er bleibt und
kommt immer wieder. Er ist ein sehr treuer Gefährte
und gemeinsam denken  wir uns die tollsten
Essensgeschichten aus.

Die Angst vorm Verhungern ist immer noch da und war vor ein paar Tagen Thema im Therapiegespräch. In den Sommerferien verreist meine Partnerin für vier Wochen und die alten existentiellen Ängste melden sich. Ich sehe den Hungerengel als positiven Mittler, der in einer schwierigen Zeit einem Kind geholfen hat. So absurd sich das anhört, in dem früheren kranken katholischen Haushalt gab es keine Geschichten und Bücher für Kinder, aber die Bibel. Ich habe mit der Kirche nix am Hut, aber ich weiß, dass das Kind in mir früher die Bibel gelesen hat und in der Kirche Schutz suchte (weil es oft weggelaufen ist) und an Schutzengel (nicht an Gott!) glaubt. Bis vor wenigen Jahren hortete ich Nahrungsmittel. Vor allem eingekochte Wurst, die ich auf Märkten oder Bauernhöfen kaufte. Ich musste die Dosen für härtere Zeiten horten. Und es musste Wurst in Dosen sein, weil die Großmutter uns früher Dosenwurst und Eingekochtes mitgab. Heute kaufe ich selten diese Dosen. Zurzeit stehen drei Stück im Keller. Die Therapeutin schlug mir vor, es doch mal mit getrockneten Bohnen zu versuchen. Der Gedanke war erstmal verwirrend, aber Dosenwurst hält länger. Also nix mit getrockneten Bohnen!

Auch wenn ich Dosenwurst wirklich supereklig finde:

Die Dosen müssen bleiben!

Weiter gehts!

Die Weihnachtstage sind vorbei, hurra! Die Tage werden immer länger; es bleibt immer länger hell 🙂 Dieses Jahr empfand ich die Festtage mal wieder besonders schlimm. Irgendwie habe ich Heiligabend und den ersten Weihnachtstag überstanden. Am zweiten Weihnachtstag besuchte ich eine sehr interessante Frau. Für das Jahr 2016 sind einige interessante Projekte geplant und ich feile an meiner beruflichen Zukunft. Das baut mich auf.

Vergangenheit ist, wenn es nicht mehr weh tut. [Mark Twain] Aha!? Ist es denn wirklich so? Wie lange dauert es noch?

 

Piepsi

Einfache Ruhe

KlosterkircheViele Menschen haben ihre Lieblingsorte oder einen Ort der Stille. Der eine findet sie in der Natur, der andere an einem großen Platz oder in der Architektur der Stille, einer kleinen Kapelle. Auch Kunstwerke können Orte der Stille sein.

Ich finde die Natur toll. Ich klettere auf einen Hügel und genieße die herrliche und weite Aussicht. Oder ich lasse mich in eine Wiese fallen. Das Gesummse der Insekten stört nicht, es macht die Stille vielmehr hörbar. Auch das Rauschen eines Baches unterbricht die Stille nicht. Das gleichmäßige Rauschen des Wassers ist sogar beruhigend. Ich gehe auch sehr gerne durch Fichtenwälder. Meine Naturfreunde sagen dazu immer „toter Waldacker“. Ich mag es durch Fichtenwälder zu streifen. Jeder Schritt wird durch den weichen Waldboden gedämmt und es ist in diesen Wäldern oft viel stiller. In manchen Nadelwäldern ist es so still, dass ich „Ohrenschmerzen“ bekomme. Die äußere Stille wird viel intensiver wahrgenommen.

Die Natur bewertet nicht. Sie ist einfach da. Die Natur ist ein Ort des Schweigens, die uns verstummen lassen. Wir sind einfach nur da.

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