Borderline-Persönlichkeitsstörung ist „heilbar“

Artikel-Empfehlung im Deutschlandfunk:

Ruhe nach dem Daueralarm. Wie sich Borderline heilen lässt (klick)

Borderline galt lange als grundlegende Störung der Persönlichkeit. Eine Therapie schien über das schlichte Krisenmanagement hinaus wenig ausrichten zu können. Doch jetzt verdichten sich die Hinweise, dass sich die auffällig veränderten Hirnaktivitäten wieder normalisieren können. Vieles spricht dafür: Die Borderline-Persönlichkeitsstörung ist heilbar.

Von Wibke Begemann

Ich finde den Artikel sehr gut und hoffnungsgebend gemacht, allerdings sehe ich die DBT (Dialektisch-Behaviorale Therapie) für komplex-traumatisierte Menschen nach Martin Bohus Aussage kritisch. Besonders diesen Absatz im Artikel:

Unter Anleitung mit der Vergangenheit konfrontiert

Bohus und seine Kollegen an vier psychiatrischen Krankenhäusern in Deutschland sind dazu übergegangen, bei ihren Patientinnen so früh wie möglich das Trauma anzugehen. Nach einem dreiwöchigen Skills-Training geht es in die Exposition, bei der die Patienten unter Anleitung erneut mit der Vergangenheit konfrontiert werden. Bohus ist überzeugt, was bei Patientinnen mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung funktioniert, das hilft auch anderen Borderlinern.

„Insgesamt besteht die Gefahr, dass man zu lange den Fokus auf Überleben statt auf sinnerfülltes Leben richtet. Also, dass wir in der DBT insgesamt zu kurz greifen, dass wir zu lange auf Stabilisierung gehen, aber auf die grundlegenden emotionalen Muster nicht kommen. Und wir haben das jetzt durchexerziert mit der PTBS, dass es geht und dass es schnell geht und dass es tief greifend verändert und arbeiten jetzt daran, diese Erfahrung auf die gesamte Erfahrung der Borderline Patienten, nämlich diese zwischenmenschlichen traumatischen Erfahrungen, die nicht sexueller Missbrauch sind, zu übertragen und auch da mit Expositionsbehandlung zu arbeiten, und die ersten Daten schauen ziemlich gut aus, sodass wir denken, dass wir in zwei Jahren hier noch einmal einen Durchbruch erleben werden. Und ich glaube, dann haben wir große Probleme der Borderline Störung vielleicht gelöst.“

Ich denke, dass die Methode DBT-PTBS bei einem Monotrauma gute Heilungschancen bieten kann. Bei der komplexen posttraumatischen Belastungsstörung (KPTBS) sehe ich diese Methode mit mehreren „Hot Spots“ kritisch.

Link mit Informationen über die Therapiemethode DBT-PTBS: Dialektisch Behaviorale Therapie für Posttraumatische Belastungsstörung nach sexuellem Missbrauch in der Kindheit – ein neuer expositionsbasierter Behandlungsalgorithmus

 

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Haltung von Neugier und Experimentieren

Gerne möchte ich euch den Blog traumheilung.de empfehlen. Die körperorientierte Psychotherapeutin Dami Charf blogt zum Thema Trauma und Traumatherapie. Ich folge dem Blog mit vielen interessanten und hilfreichen Beiträgen seit längerer Zeit. Heute veröffentlichte sie einen klasse Blogbeitrag zum Thema „Trauma und Neugier“.

Wie dir deine Neugier helfen kann

Eines der ersten Dinge, die Menschen durch Traumatisierungen verlieren ist ihre Freude an Exploration und Ausdehnung. Trauma könnte man sagen, ist das Gegenteil von Neugier und Explorationsverhalten. Wir können jedoch Neugier bewusst einsetzen, um unser Leben und Traumatisierungen besser zu bewältigen.

Link zum Beitrag: http://www.traumaheilung.de/wie-dir-deine-neugier-helfen-kann/

Ich will nicht vergeben

Loslassen ist nicht dazu da, die Vergangenheit zu vergessen oder zu vergeben, es geht darum, die Energie der Vergangenheit loszulassen, und uns damit unser Leben in der Gegenwart zurückzugeben, und das brauchen wir, damit wir in eine neue Zukunft geboren werden können.

[Holloway]

 

mundoimaginario

Gedankenwege

Die mit Abstand beste Nerven-Heil-Anstalt ist die freie Natur.
[Ernst Ferstl]

Absolute Zustimmung. In der Kindheit war die Natur für uns immer ein sicherer Ort, um aus den chaotischen und gewalttätigen Familienzuständen zu fliehen. Zum Glück ist die enge Verbundenheit zur Natur noch heute vorhanden.