Fonds sexueller Missbrauch – was für eine Verarsche!

Ich warte mittlerweile seit mehr als zwei Jahren auf den Bewillungs- oder Ablehnungsbescheid! Was haben die Verantwortlichen in der Geschäftsstelle Fonds sexueller Missbrauch eigentlich für eine Vorstellung von schnell und unbürokratisch?

Advertisements

Missbrauchsopfer berichteten öffentlich der Aufarbeitungskommission

Am 27. Juni 2018 fand in Berlin das 3. Öffentliche Hearing „Kirchen und ihre Verantwortung zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs“ statt. Das Hearing wurde live übertragen und wird demnächst als Video unter http://www.aufarbeitungskommission.de zur Verfügung gestellt.

Artikel in der Zeit Nr. 27/2018, 28. Juni 2018:

Missbrauch in der Kirche: „Man fühlt sich, als ob man unter der Decke begraben liegt, unter die der Missbrauch gekehrt wurde“

Trauma & Sucht

Seit einigen Tagen beschäftige ich mich mit dem Ruppert-Modell „Gesunder Anteil – Überlebensanteil – Traumatisierter Anteil“. Ich bin im Netz zufällig auf den Psychotherapeuten gestoßen, weil ich mal wieder verzweifelt nach Infos zum Themenpaar „Trauma & Sucht“ suchte. Nachdem ich mir einige seiner Vorträge ansah, blinkten einige „Aha!“-Lichtleins auf, vor allem als ich meinen überaus gesprächigen Überlebensanteil betrachtete, den ich übrigens sehr achte. Außer in heftigen Krisenzeiten… Aber: es gibt einen Grund.

»Wer es nicht anerkennt, dass er traumatisiert worden ist, kommt aus der Sucht nicht raus.« Prof. Dr. Franz Ruppert

Absolute Zustimmung von mir – mit einem freundlichen Blick zum „Überlebensanteil“. Wir werden wohl doch noch Freunde 🙂 . Seit Jahren beschäftigt mich das Thema und ich bin Herrn Ruppert sehr dankbar für seine Arbeit. Wie oft zermarterte ich mir das Hirn, dass man doch irgendwie an die Ursache dran kommen müsste und anders mit der Sucht umgehen könnte. Diese ständigen Rückfälle und wenn ich in der Klinik hörte, dass alles im „Suchtgedächtnis“ gespeichert sei und nur die Abstinenz hilft… Ich konnte es nicht mehr hören! Ich wollte mich nicht mit einem sog. „Suchtgedächtnis“ in die hoffnungslose Ecke abstellen lassen, so nach dem Motto: „Die wird sowieso immer wieder rückfällig und liegt irgendwann in der Gosse!“. So einfach ist das nicht! Ich erhoffe mir doch mehr Forschung auf dem Gebiet Trauma & Sucht und dass die Kliniken endlich ihre Konzepte verbessern.

Ich stelle hier für Interessierte ein paar Links zur Verfügung:

Die Identitätsorientierte Psychotraumatheorie wird seit 2015 von dem Münchner Psychotherapeuten und Psychologieprofessor Franz Ruppert entwickelt und ausformuliert. Diese Theorie erklärt psychische Störungen und körperliche Erkrankungen als die Folgen von unterschiedlichen Formen von Traumatisierungen der menschlichen Psyche und bildet die Grundlage für ein eigenes psychotherapeutisches Interventionsverfahren, die Identitätsorientierte Psychotraumatherapie. https://de.wikipedia.org/wiki/Identit%C3%A4tsorientierte_Psychotraumatherapie

Bei Youtube / AK Voralberg gibt es einige interessante Vorträge mit Herrn Ruppert: https://www.youtube.com/watch?v=ZoAhyyhEUts

Suchtsymposium – Aktuelles Interview mit Dr. Franz Ruppert

https://www.suchtsymposium.com/speaker/prof-franz-ruppert-ght748/

MutMach-Film

In dem Film „Ich bin kein Opfer mehr“ erzählen drei Frauen, wie sie trotz langjähriger sexualisierter Gewalterfahrungen ihren Weg ins Leben gefunden haben. Alle drei wurden in ihrer Kindheit und Jugend von Tätern aus dem engsten Familienkreis über viele Jahre hinweg massiv missbraucht.

Ein mutiger und bewundernswerter Schritt, sich dem Thema zu stellen und gemeinsam in die Öffentlichkeit zu gehen. Vielen Dank dafür an Sabine, Marion und Lydia sowie an die BegleiterInnen: fünf Hunde und ein Pferd. Ich halte immer noch meine Dohle im Kopf. Ist auch schwieriger eine Dohle im realen Leben zu halten 😉

Dieser Film ist auch als Stream bzw. Download erhältlich: https://www.medienprojekt-wuppertal.de/ich-bin-kein-opfer-mehr-ein-film-mit-ueberlebenden-sexualisierter-gewalt

Wie die drei Frauen im Film bin auch ich gerne in der Natur unterwegs 🙂

 

 

 

DLF berichtet über rituelle und organisierte Gewalt

Der Deutschlandfunk hat zum Thema einen Artikel veröffentlicht

Zwischen Angst und Aufarbeitung

Rituelle und organisierte sexuelle Gewalt gerät immer mehr ins Blickfeld der Politik. Aber der Kampf dagegen ist schwierig: Den Betroffenen wird oft nicht geglaubt und die Ermittlungserfolge der Polizei sind bescheiden.

Von Isabel Fannrich

Den Artikel hat der DLF auch auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht. Wer mit dem Thema zu tun hat, wird dort schnell erkennen, aus welchem Lager die Kommentare kommen. Eine der mehrmals auffälligen Kommentatorinnen ist die Psychologin Lydia Benecke (verheiratet mit dem „Herr der Maden“ und Kriminalbiologen Mark Benecke), die unter dem Beitrag gegen namhafte PsychotherapeutInnen, Sozialwissenschaftlerinnen, SozialpädagogInnen und Journalistinnen basht.

Frau Benecke veröffentlichte nach dem DLF-Beitrag auf ihrer Facebookseite einen äußerst fragwürdigen Beitrag. Ich gehe mal davon aus, dass sie keine Approbation hat.

Die Zeitschrift Emma veröffentlichte im November 2017 einen Artikel mit dem Titel

Darum zeigen Frauen so selten an!

„…und die Dosen bleiben!“

Vor mehr als fünf Jahren veröffentlichte ich den Text „Der Hungerengel“.

Der Hunger ist immer da. Er kommt, wann und wie er will.
Er ist groß und stark. Phantasiebilder schweben durch die Luft.
Reich gedeckte Tische mit Brot, Pizza, Omas Braten und Kuchen,
Schokoladenpudding und Eis mit endlos viel Sahne, dazu Vita Malz
und Limonade satt… So war es oft im dunklen Verlies.
Der Hungerengel sucht mit mir den Boden und die Ecken ab. Wir
spielen Spurensucher. Der Hunger steigt in uns hinein. Er wird nie
müde.  In jedem Traum wird von dem reich gedeckten Tisch
gegessen.  Der Hungerengel geht nicht weg, er bleibt und
kommt immer wieder. Er ist ein sehr treuer Gefährte
und gemeinsam denken  wir uns die tollsten
Essensgeschichten aus.

Die Angst vorm Verhungern ist immer noch da und war vor ein paar Tagen Thema im Therapiegespräch. In den Sommerferien verreist meine Partnerin für vier Wochen und die alten existentiellen Ängste melden sich. Ich sehe den Hungerengel als positiven Mittler, der in einer schwierigen Zeit einem Kind geholfen hat. So absurd sich das anhört, in dem früheren kranken katholischen Haushalt gab es keine Geschichten und Bücher für Kinder, aber die Bibel. Ich habe mit der Kirche nix am Hut, aber ich weiß, dass das Kind in mir früher die Bibel gelesen hat und in der Kirche Schutz suchte (weil es oft weggelaufen ist) und an Schutzengel (nicht an Gott!) glaubt. Bis vor wenigen Jahren hortete ich Nahrungsmittel. Vor allem eingekochte Wurst, die ich auf Märkten oder Bauernhöfen kaufte. Ich musste die Dosen für härtere Zeiten horten. Und es musste Wurst in Dosen sein, weil die Großmutter uns früher Dosenwurst und Eingekochtes mitgab. Heute kaufe ich selten diese Dosen. Zurzeit stehen drei Stück im Keller. Die Therapeutin schlug mir vor, es doch mal mit getrockneten Bohnen zu versuchen. Der Gedanke war erstmal verwirrend, aber Dosenwurst hält länger. Also nix mit getrockneten Bohnen!

Auch wenn ich Dosenwurst wirklich supereklig finde:

Die Dosen müssen bleiben!

Menschenverachtende Politik

Psychiatriegesetz in Bayer

Was für ein widerwärtiger Gesetzesentwurf von der CSU! Wie nah sich doch AfD und CSU stehen. Menschen in psychischen Krisensituationen werden zu Täter_innen abgestempelt und wie Gefährder_innen in einer sog. Psychiatriekartei (für mindestens 5 Jahre, also bei mehreren Krisen kommen da einige Jährchen zusammen) erfasst. Psychiatrische Krankenhäuser werden als Verwahranstalt missbraucht und Mediziner sowie Therapeuten zu Hilfspolizisten verdonnert. Geht gar nicht!

Heribert Prantl über das Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz: „Diese Art und Weise des registriert Werdens ist furchtbar. Das hat mit einem Rechtsstaat nichts zu tun. Das ist eigentlich ein typisches Kennzeichen von autokratischen und diktatorischen Systemen. So etwas kann man nicht dulden. So etwas darf man nicht dulden.“

Es sind eben nicht immer die anderen betroffen! Psychisch Erkrankte brauchen Hilfe, nicht mehr Stigmatisierung. Hier ist Widerstand dringend notwendig! Es ist Aufgabe der Politik, für mehr Therapieplätze und gut ausgebildete Mediziner* und Therapeuten* und und und zu sorgen. Das Opferentschädungsrecht, hm, wurde das eigentlich bisher reformiert?

Sendung Quer mit Heribert Prantl (4 Min.):